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parallelwelten ein Nebeneinander veränderlicher Erscheinungsformen

„parallelwelten“ sind Malereien, die sowohl mit herkömmlicher Ölfarbe als auch mit fluoreszierender UV-Farbe gemalt sind. Sie weisen so unter Tageslicht eine andere Erscheinungsform auf als unter Schwarzlicht (UV-Licht). Motivisch erinnern die Bilder an abstrakte Waldlandschaften. Sowohl organische als auch grafische Bildelemente erzeugen einen chaotisch-harmonischen Bildaufbau. Sich scharf abzeichnende Bäume mit akribischen Verästelungen treffen auf verschwommene und zerflossene Farbstrukturen. Dazwischen tauchen unvermittelt scharfkantige geometrische Formen auf und bilden einen Kontrast zum Waldmotiv.

Thematisch wird mit diesem Zyklus die sich kontinuierlich verändernde menschliche Wahrnehmung angesprochen. Jede Situation, jeder Umstand, jedes Ding – kurz, jedes einzelne Phänomen dieser Welt – wird von uns interpretiert. Wir begegnen dabei der Welt mit unseren Gefühlen, Empfindungen und Gedanken und bilden so unseren ganz eigenen Standpunkt. Auf diese Weise stellen sich die Erscheinungen der Welt jedem Subjekt auf einzigartige Weise dar. Wir wissen dabei nie genau, wie sehr sich unser Verhältnis zur Außenwelt mit dem anderer Menschen deckt.

Die wechselnde Erscheinungsform der Bilder kann als Sinnbild für dieses Nebeneinander unterschiedlicher Sichtweisen gedeutet werden. Das unterschiedliche Licht steht dabei für das individuelle Bewusstsein der verschiedenen Menschen.

Betrachtet man die Bilder durch eine 3D-Brille, ergibt sich eine zusätzliche Veränderung der Erscheinungsform. Die Lichtstrahlen werden je nach Farbton unterschiedlich stark abgelenkt und suggerieren so dem Betrachter einen dreidimensionalen Raum. Auch dieser Umstand macht deutlich, dass der situative Kontext (Tageslicht, UV-Licht, 3D-Brille) die Wahrnehmung des sich in seiner Physik nicht verändernden Bildes beeinflusst. Ein und dasselbe Bild ist unter verschiedenen Umständen betrachtet ein scheinbar Anderes.

Wir alle betrachten dieselbe Welt auf höchst individuelle Weise und verändern dabei immer wieder unsere Auffassung. „parallelwelten“ empfindet dies als ein Glück, als Lebendigkeit.

 

parallelworlds a juxtaposition of variable manifestations 

„parallelworlds“ are paintings that are painted with both traditional oil paint and with fluorescent UV paint. That way they exhibit a different appearance under black light (UV light) than under sunlight. Thematically, the paintings evoke abstract forest landscapes. Both organic and graphic elements create a chaotic-harmonic image composition. Structures of trees with meticulously applied branches encounter blurry and dissolved color structures. Geometric shapes build a contrast with the forest motif.

The cycle’s theme is the continuously changing human perception. Every situation, every circumstance, every thing – in short, every single phenomenon in the world – is interpreted by us. We encounter the world with our feelings, sensations and thoughts, and form our own point of view. In this way, the phenomena of the world appear in a unique way to each person. We never know exactly how much our relationship with the outside world corresponds with that of other people.

The changing manifestations of the images can be interpreted as a symbol of this juxtaposition of different perceptions. The different light stands for the individual consciousness of various people. 

Looking at the paintings through 3D glasses creates an additional change in appearance. The light beams are deflected differently depending on color and suggest a three-dimensional space. This circumstance too makes it clear that the situational context (sunlight, UV light, 3D glasses) influences the perception of the painting even though the image stays physically the same. One and the same image is viewed under different circumstances and manifests itself completely different. 

We all look at the same world in a highly individual manner and thereby change our view. „parallelworlds“ perceives this as joy and as liveliness.